
Das arbeitsprozessorientierte IT-Weiterbildungssystem (APO-IT), international Advanced IT Training System (AITTS), wurde unter Federführung des Fraunhofer ISST von IT-Unternehmen und Sozialpartnern gemeinsam entwickelt. Seit Mai 2002 ist die Qualifizierung rechtskräftig. Die IT-Weiterbildung regelt nicht nur die Berufsbilder und Karrierewege in der IT-Branche. Sie ermöglicht erstmals die formale Anerkennung des informellen Lernens am Arbeitsplatz.
Die Personalzertifzierung der IT-Spezialisten erfolgt produktunabhängig und nach den Richtlinien der europäischen Norm für Personalzertifizierung EN ISO/IEC 17024.
Die europaweit anerkannte Zertifizierung ist besonders für Unternehmen geeignet, die ihre Mitarbeiter losgelöst von Produkten zertifizieren und weiterbilden wollen.
An Stelle von Produkten und Herstellern orientiert sie sich an den betriebsinternen IT-Prozessen des jeweiligen Unternehmens. Damit ist die Weiterbildung auch für die Organisationsentwicklung und Qualitätssicherung im Betrieb von Bedeutung.
APO-IT / AITTS definiert drei Karriereebenen. Die erste Ebene bilden die Spezialisten. Darauf aufbauend sind die operativen Professionals und strategischen Professionals tätig.
Auf der Ebene der Spezialisten gibt es derzeit 29 Berufsprofile. Zertifizierter Spezialist kann werden, wer in einem der fünf IT-Berufe ausgebildet ist oder über entsprechende Berufserfahrung verfügt. Die Personalzertifizierung erfolgt über eine akkreditierte Zertifizierungsstelle. Nach fünf Jahren ist eine Rezertifizierung erforderlich.
Im System mit angelegt ist der Brückenschlag zu den Hochschulen: Die auf Professional-Ebene erworbenen Leistungen sollen über Credit Points auch als Studienleistungen anrechenbar sein. An der praktischen Umsetzung des Hochschulanschlusses wird noch gearbeitet.
Alle drei Karriereebenen sind durchlässig gestaltet. Durch Nachweis der entsprechenden Berufserfahrung wird Mitarbeitern der Weg in die jeweilige Berufsebene freigemacht. Personalentwickler einer Branche, die stark von Quereinsteigern und Studienabbrechern geprägt ist, haben damit die Möglichkeit, ihren Fachkräften geregelte Berufsabschlüsse anzubieten und Karriereperspektiven neu zu definieren.
Die arbeitsprozessorientierte IT-Weiterbildung folgt dem Ruf der Branche nach praxisnaher Weiterbildung. Für jedes Tätigkeitsprofil gibt es prototypische Referenzmodelle, die den Arbeitsabläufen im Betrieb entsprechen. Die Kandidaten führen bei einer tatsächlichen Auftragsabwicklung im Betrieb ein sogenanntes Transferprojekt durch.
Ein Coach sowie ein Ansprechpartner für fachliche Fragen begleiten den Lernprozess. Den Prozessablauf dokumentiert die Fachkraft nach entsprechenden Vorgaben und weist damit auch Dokumentationsfähigkeit nach. Die Dokumentation bildet die Grundlage für die Zuerkennung des Personalzertifikats (Spezialisten) bzw. Berufsabschlusses (Professionals).
Die Interessen der deutschen ITK-Industrie und das IT-Weiterbildungssystem (AITTS – Advanced IT Training System) sind über die Vertreter von BITKOM und IG Metall im CEN / ISSS ICT-Skills Workshop in Brüssel vertreten.
Der europäische Flugzeughersteller Airbus hat im Herbst 2006 einen deutsch-franzöischen Zertifizierungpiloten zum IT Project Coordinator gestartet. Aktuell befinden sich zwei Franzosen und fünf Deutsche in der Weiterbildung.
www.apo-it.de - Primärquellen-Klassiker (für Dokumentgeübte)
www.kibnet.org - Kompetenzzentrum IT-Bildungsnetzwerke
www.cert-it.com - Zertifizierungsstelle für IT-Spezialisten